Ein Brief von unserem Kunden Rolf Müller aus Bonn:
Sehr geehrter Herr Rissel, sehr geehrter Herr Greim,
gestatten Sie mir auf diese Weise eine kleine Wiedergutmachung für die schon fast unverschämte Störung während der Weihnachtstage. Ihr spontanes Engagement hat es mir ermöglicht, meine freien Tage doch noch optimal für mein Projekt zu nutzen. Dafür nochmals meinen Herzlichen Dank!(Eine gute Flasche Wein war auch mit dabei).

Herr Müller hat bei uns eine spezial Sonderbau-TV-Lift-Lösung beauftragt. Herr Müller ist kein gelernter Schreiner, hat aber eine gut ausgestattete Werkstatt und ist handwerklich sehr geschickt, wie man an den folgenden Bildern erkennen kann.
Die Bilder sprechen für sich, wobei Herr Müller extra noch einmal einen Erfahrungsbericht, eine sogenannte Homestory, über sein gesamtes Projekt niedergeschrieben hat, die wir im Anschluss an die Bilder veröffentlichen.



Homestory
Realisierung eines Unikats
Was entsteht, wenn ein Hobbyschreiner auf die FLATLIFT Profis trifft
Als semiprofessioneller Hobbyschreiner, der über die Jahre nahezu alle Möbel im Haus selbst geplant und angefertigt hat, kam mir vor geraumer Zeit eine verrückte Idee. Sie sollte mich lange beschäftigen und sehr viel Zeit, aber noch viel mehr Hirnschmalz und Geduld kosten: wie wäre es mit einem modernen Sideboard als Ersatz für den alten Schrank, in dem bislang u. a. der fossile Röhrenfernseher seinen Platz fand? Und ein schicker, großer Flat-TV wäre ja auch nicht schlecht! Nur sollte der nicht permanent in der Gegend herumstehen und die Raumoptik stören – erst Recht dann nicht, wenn wieder einmal einige unserer zahlreichen Freunde auf ein Glas Wein vorbeischauen.
Der Grundgedanke, den Schirm im Sideboard zu versenken und nur bei Bedarf herauszufahren, war nicht neu. Es gibt zahlreiche Beispiele der Möbelindustrie, die demonstrieren, wie so etwas aussehen und realisiert werden kann. Aber alle diese Lösungen hatten für mich einen bedeutenden Nachteil: egal ob Klappenmechanismus, Baldachinlösung oder Umkofferung: immer braucht es einen Ausschnitt in der Deckplatte des Sideboards, der breiter ist als der Flat-TV und tiefer als der Fernseher zuzüglich Tiefe des Hubsystems. Ich aber wollte einen großen Schirm (47 Zoll) und gleichzeitig eine möglichst homogene und geschlossene Oberfläche, um die Optik des Möbelstücks nicht zu zerstören.
Die Lösung war - zumindest theoretisch – schnell gefunden: wenn die Deckplatte horizontal verschoben wird und so den Einbauraum des TV während des Hochfahrens vollständig freigibt, braucht es lediglich einen minimalen Ausschnitt in der Deckplatte, dessen Abmessungen einzig und allein abhängig sind von den Maßen des ausgefahrenen Hubsystems. Dieser Ausschnitt umschließt dann das Hubsystem, wenn die Deckplatte nach dem Ausfahren des TV wieder in die Ausgangsposition zurückgefahren wird. Bei eingefahrenem TV kann der Ausschnitt in einfacher Art und Weise von einer kleinen Klappe mit Scharnieren verschlossen werden. Aber auch eine Integration der Abdeckung des Ausschnitts in die Deckplatte selbst – beispielsweise durch einen speziellen Feder– oder Magnetmechanismus – ist vorstellbar.

So weit, so schön. Aber eine Grundidee taugt überhaupt nichts, wenn sie nicht umgesetzt werden kann. Also wurde in der knappen Freizeit stunden- und nächtelang recherchiert, in Gedanken konstruiert und eine Unmenge Skizzen gezeichnet (das war die Phase, als meine Frau erstmals ahnte, dass ich schon wieder irgendetwas plante!). Viele Fragen waren zu klären. Wie verfahre ich die Deckplatte? Sollen Linearführungen aus der CNC-Technik, von der ich übrigens überhaupt keine Ahnung habe, eingesetzt werden? Genügen kugelgelagerte Auszüge aus dem Möbelbau oder sind vielleicht Euro-Rollen besser geeignet? Wie konstruiere ich einen linearen Vorschub, der elektrisch betrieben und fernbedienbar sein soll? Schrittmotor, Zahnriemen oder Spindel?
So langsam wuchsen erste Zweifel. Warum bloß habe ich Ökonomie, und nicht Mechatronic studiert? Welche Verschlusslösung ist für den auf Minimalmaße geschrumpften Ausschnitt in der Deckplatte am besten geeignet? (Ingenieurwesen wäre auch gut gewesen!) Welche Abmessungen der verschiedenen Bauteile müssen beachtet werden, damit das Gesamtwerk am Ende funktioniert und die Proportionen stimmen? Welche Bezugsquellen gibt es und was kostet mich das Ganze? (Ökonomie war wohl doch nicht das Schlechteste) Und vor allem: welcher Hersteller bietet ein Hubsystem an, das über die passenden Einbaumaße verfügt, damit ein großer Schirm aus einem möglichst niedrigen Möbel herausgefahren werden kann und welches zugleich eine hinreichend geringe Einbautiefe hat, damit noch eine vernünftig nutzbare Korpustiefe für ein vorgehängtes Schubladenelement verbleibt?

Dank Internet fand sich die Firma FLATLIFT, die mit ihrem Pop Up Gold nicht nur ein geeignetes System anbot, sondern dem Konstrukteur auch noch freundlicherweise alle Daten und Einbauabmessungen im Netz zur Verfügung stellt. In meinem Fall jedoch nur fast alle Daten! Denn eine fehlte und so rief ich kurz nach 19:00 Uhr abends bei der Firma an, um mich schlau zu machen. Nicht dass ich erwartet hätte, jemanden anzutreffen. Aber versuchen kann man es ja einmal. Und tatsächlich nahm der Chef persönlich, Herr Rissel, den Hörer ab und gab bereitwillig alle erbetenen Auskünfte bis hin zu dem Angebot, die geplante Synchronisierung der beiden Systeme (Vortrieb und Hub) anzufertigen. Meine Beschreibung dessen, was ich plante, war aber offensichtlich nicht selbsterklärend und so erläuterte ich bei einem Besuch in Worms, was ich vorhatte. Dieser erste persönliche Kontakt bestätigte den ersten Eindruck, es nicht nur mit einem ausgesprochen freundlichen, sondern zudem sehr kompetenten und ungewöhnlich hilfsbereiten Team zu tun zu haben. Doch davon später mehr.
Nachdem der Auftrag zur Anfertigung der Steuerung erteilt war, gab es kein Zurück mehr. Also wurden alle erforderlichen Materialien besorgt, die für die Herstellung der einzelnen Komponenten und des Möbelstücks selbst erforderlich waren: MDF-Platten, Aluminiummaterial, Getriebemotor, Kugellager, Gewindemuffen, Trafo, Auszüge und Linearführungen, Vortriebspindel, Endlagenschalter, Möbelbeschläge und vieles mehr.

Und dann ging es für viele Stunden in die Werkstatt. Es wurde gemessen, gesägt und gefräst, gebohrt und geschliffen und alle Teile einzeln angefertigt. Natürlich die Möbelelemente selbst, aber auch alle Komponenten – egal ob Trägerplatte für den Schirm oder Montageplatten für die Endlagenschalter, ob Aufnahmewinkel für die kugelgelagerte Vortriebspindel oder die Halterung für den Spindelantriebmotor. Dabei sind alle Elemente in eingelassene, metrische Gewindebuchsen verschraubt, um jederzeit bei exakter Positionierung demontierbar zu sein.

Als nach angemessener Zeit das Liftsystem incl. Steuerung eintraf, begann in der Werkstatt der erstmalige Test-Zusammenbau im Rohzustand. Dabei passierte mir ein übles Missgeschick: in späteren Nachtstunden – die Konzentration ließ schon nach – fiel ein Werkzeug so unglücklich aus der Hand, dass es einen Mikroschalter verbog. Nervosität und leichte Übermüdung taten ihr Übriges; Hektik brach aus und nach mehrmaligem Betätigen diverser Schalter wusste schließlich die Steuerung überhaupt nicht mehr, wo sie war. Nichts ging mehr – weder vor, noch zurück – weder rauf noch runter.

Und das über Weihnachten, hatte ich doch mehrere Tage Urlaub und wollte endlich zügig und am Stück weiterarbeiten. So ein Ärger! Mir war bekannt, dass die Firma „zwischen den Tagen“ geschlossen war. Aber ich brauchte Hilfe, nachdem eine schlaflose Nacht und intensives Grübeln keine Lösung gebracht hatten. Also fasste ich mir schließlich entnervt (und leicht verzweifelt) ein Herz und versuchte, irgendjemanden aus dem Team zu sprechen, um herauszufinden, ob und wie ich Hr. Greim, den Entwickler der Steuerung, kontaktieren könnte. Inzwischen war es allerdings 19:30 Uhr am ersten Weihnachtsfeiertag. Eigentlich keine Zeit, um jemand Fremden anzurufen.

Aber schließlich erreichte ich dank Online- Recherche und Suchfunktion im elektronischen Telefonbuch Hr. Gengnagel. Das kommt davon, wenn man als zeitgemäße Firma die Namen der Mitarbeiter auf der Homepage veröffentlicht. Im Hintergrund klapperte das Geschirr („….. kommst du jetzt zum Essen?“), als Hr. Gengnagel anbot, den Chef zu benachrichtigen, da er nicht wusste, ob und wie Hr. Greim zu erreichen war. Alles nachdrückliche Bitten, dies nicht zu tun, denn schließlich sei Weihnachten und eine Störung am heiligen Fest sei genug, half nichts: nach wenigen Minuten klingelte das Telefon und Hr. Rissel meldete sich bei mir mit den Worten: “Ich wollte nur mal wissen, wer die Unverschämtheit besitzt, meine Mitarbeiter am diesem Feiertag abends anzurufen!“ Offensichtlich waren meine Erläuterungen – und mein ehrlichen Entschuldigungen – dieses Mal wohl sehr überzeugend. Denn am nächsten Morgen fand ich eine kurz vor Mitternacht versandte Mail von Hr. Greim vor, in der er sich erkundigte, wie er helfen könne. Da spreche noch einer von der Dienstleistungswüste Deutschland!! Ein solcher Service und eine derartige Hilfsbereitschaft suchen wohl ihresgleichen. – Chapeau und großes Kompliment!
Die Diagnose im Werk brachte dann zu Tage, dass ich Dank meines Missgeschicks Teile der Elektronik zerstört hatte. Nach der Reparatur konnte es schließlich weiter gehen und einige Wochen später – die Endlackierung in der Lackiererei war erfolgt – begann der endgültige Zusammenbau im heimischen Wohnzimmer.
Nachdem die Möbelteile sorgsam verleimt, die Mechanik eingebaut und alle Verbindungsleitungen sauber verlegt waren, funktionierte alles ganz hervorragend – bis ich zum dritten Mal den besonderen Service des Flatlift-Teams kennen lernen sollte. Denn kurz vor Vollendung des Werks verweigerte der Trafo des Deckelantriebs völlig unvermittelt seinen Dienst. Also fuhr ich kurzerhand nach Worms und einige Tage später war der Folgefehler meines nächtlichen Missgeschicks behoben. Damit stand der Inbetriebnahme dieses Unikats nicht mehr im Wege.
Inzwischen ziert ein modernes Gemälde einer befreundeten Freizeit-Malerin (es gibt auch andere, schöne Hobbys) die ehemals nackte Wand. Und wenn die Abendnachrichten rufen, verschwindet es hinter einem schicken, großen Flat-TV, herausgefahren aus einem zeitlosen, modernen Sideboard.
Der Hobbyschreiner und Autor räumt offen ein, durchaus ein Stückchen stolz zu sein. Die Konstruktion dieses „Prototyps“ war etwas kompliziert. Heute weiß ich, wie man das einfacher und professioneller machen kann. Aber ebenso weiß ich, dass die Realisierung dieser Idee ohne die kompetente und dabei immer ausgesprochen freundliche Unterstützung des Teams von Flatlift nicht möglich gewesen wäre.
Dafür meinen herzlichsten Dank!!

Rolf Müller Bonn, Mai 2009
“Vielen Dank Herr Müller für die netten Worte sowie die interessante Zeit, in der wir mit Ihnen zusammengearbeitet haben. Es ist ja doch ein sehr schönes TV Lift Möbelunikat geworden, auf das Sie sehr stolz sein können. Hierfür nochmals unsere Glückwünsche!“ gez. Sascha Rissel, Geschäftsführer Flatlift GmbH